20161219 tusKein Durchkommen: Die Angriffsbemühungen von Umut Altunbas (l.) und seinem TuS Grevenbroich prallten an der kompakten Gierather Defensive um Abwehrchef Jochen Schumacher regelmäßig ab.
FOTO: lothar berns


Gierath. Mit einem 3:0-Erfolg gegen Grevenbroich schießt sich der SV in der Bezirksliga aus der Krise. Ersin Deniz erzielt alle drei Treffer.


Seine Bewährungsprobe als Psychologe hat Thomas Schumacher bestanden. Der Trainer, der vor zwei Wochen einen laut eigener Aussage höchst verunsicherten SV Bedburdyck/Gierath übernommen hatte, sah gestern einen verdienten 3:0-Heimsieg (2:0) gegen den TuS Grevenbroich. Im Bezirksliga-Abstiegskampf überwintert der Aufsteiger damit auf einem Nichtabstiegsplatz.
"Das war sehr gut. Ich habe heute eine konzentrierte Mannschaft gesehen, die gezeigt hat, was in ihr steckt", fand der Fußballlehrer. Mit sechs sieglosen Partien in Folge und zuletzt zwei 0:5-Debakeln ins Spiel gegangen, präsentierte sich der SV vor 150 Zuschauern wie ausgewechselt: Aufmerksam, zweikampfstark und eiskalt im Torabschluss. "Wir hatten zwar den Großteil des Ballbesitzes, haben aber gegen einen sehr kompakten Gegner aus dem Spiel heraus wenig Lösungen gefunden", sagte Gästetrainer Hermann-Josef Otten, dessen TuS zuvor 16 Punkte aus sechs Spielen geholt hatte.
Entscheidend sei dabei für den Coach vor allem die Anfangsphase gewesen: "Da haben wir es verpasst, gegen einen Gegner, für den es zuletzt nicht gut lief, die nötige Präsenz zu zeigen und Druck zu erzeugen." Im Gegenteil: Nach einem eigentlich verunglückten Gierather Freistoß in Minute elf schaltete Andreas Koyro am schnellsten und bediente per Lupfer Ersin Deniz, der aus allerdings stark abseitsverdächtiger Position trocken zur Führung traf. Nach Grevenbroicher Abwehrfehler und Zuspiel von Yannik Neumann legte der Torjäger in der nächsten gefährlichen Szene prompt das 2:0 nach (34.), mit seinem 13. Saisontor entschied er nach 55 Minuten und feiner Vorlage von Kevin Mülfarth schließlich die Partie. "Die Gegentore dürfen eigentlich alle nicht so fallen, das ist ärgerlich", meinte Otten. Da es der TuS im Gegenzug versäumte, nach seinen stets brandgefährlichen Standardsituationen unter anderem durch Tim Allroggen oder Tim Gauls zu verkürzen, geriet der Gierather Sieg nicht mehr in Gefahr.
Besonders hervorheben wollte Trainer Schumacher die stark verbesserte Defensive: "Wir haben an den richtigen Stellen zugepackt und Grevenbroich damit von unserem Tor weggehalten." So stach in der Innenverteidigung vor allem Jochen Schumacher, den der Coach einst bereits in der B-Jugend von Borussia Mönchengladbach trainiert hatte, mit perfekter Zweikampfquote heraus. Ganz stark präsentierte sich zudem der 18-jährige Tim Hintzen, der die Grevenbroicher Kreativköpfe Umut Altunbas und Eser Pekin mit gnadenloser Härte beinahe völlig aus dem Spiel nahm.
Die so stark in die Saison gestarteten Bedburdycker nehmen damit immerhin ein Drei-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge mit in die Winterpause. Wichtig war Schumacher aber vor allem, die mentale Wende geschafft zu haben: "Wir mussten unter der Woche viel Aufbauarbeit leisten, ich habe da viele Einzelgespräche geführt. Dieser Sieg wird jetzt Selbstvertrauen geben. Zufrieden bin ich zwar nie, aber heute zumindest zufriedener als sonst." Der TuS muss im Kampf um die Aufstiegsränge - den die beiden Spitzenteams MSV Düsseldorf und VfB Hilden II aber vermutlich ohnehin unter sich ausmachen werden - hingegen einen Rückschlag hinnehmen.
Quelle: NGZ
Autor: Neuß-Grevenbroicher Zeitung / Christos Pasvantis

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