Bedburdyck. 1. FC Köln, Eintracht Braunschweig, Fortuna Düsseldorf – die Liste der Vereine von Janusz Dziwior ist lang. Und dennoch steht nun der SV Bedburdyck-Gierath vorerst als letztes drauf.

Denn ab der neuen Saison wird Janusz Dziwior 16 bis 20 Jungen der A-Jugendmannschaft zweimal die Woche trainieren. Sein Sohn wird ebenfalls dem Verein beitreten und Spieler sein – ob der Vater da mehr triezt? "Nein", sagt Dziwior, "ich habe früher schließlich auch gespielt und weiß, was möglich ist und was nicht. Ich versetze mich in die Lage der Jungs und sehe das Ganze nicht so streng." Denn mit 18 Jahren hat auch er in der A-Jugend gespielt, allerdings nicht beim SV Bedburdyck-Gierath, sondern beim 1. FC Köln. 


Denn mit gerade einmal 15 Jahren ist der heute 42-Jährige aus Polen nach Düren gekommen – hat in Düren gekickt und wurde "entdeckt". "Damals hatte ich die Chance bei Alemannia Aachen oder beim 1. FC Köln zu spielen", sagt Dziwior. Er hat sich für letzteres entschieden. "Köln ist größer als Aachen und die Anziehungskraft war mehr gegeben. Ich dachte mir wenn ich es probiere dann auch richtig", bemerkt Janusz Dziwior. 
So kickte er sich in die zweite Mannschaft, weiter in die erste. Dann folgte ein Trainerwechsel und Dziwior musste gehen. "Ich habe dann in der zweiten Liga in Gütersloh gespielt und bin zwei Jahre später wieder zum 1. FC Köln zurückgekommen, als der Trainer wieder weg war", erzählt Janusz Dziwior. Dann ging es weiter nach Eintracht Braunschweig zu Fortuna Düsseldorf bis KFC Uerdingen 05. Dann der Schock: Wegen einer Einblutung im Oberschenkel musste der gebürtige Pole mit 28 Jahren seine Fußballkarriere aufgeben – war dann zwar noch von 2005 bis 2007 Co-Trainer der zweiten Mannschaft von Fortuna Düsseldorf und vier Jahre später Trainer der B-Junioren des FC Bergheim 2000: dem Heimatverein von Lukas Podolski. Und das Angebot damals kam auch von Poldi selbst – er hatte als kleiner Junge noch Dziwior die Bälle im Stadion zugeworfen. 


"Ich möchte einfach nicht ohne Fußball sein und freue mich sehr auf die neue Aufgabe", berichtet der neue Trainer. Er arbeitet jetzt als Fahrer bei DHL. 
Das wichtigste bei der Mannschaft ist für Dziwior jedoch das "Wir-Gefühl".
 "Erfolg ist nicht alles", so das Motto des Sportlers. Eingefleischter Fan des 1. FC Köln ist er aber trotzdem nicht. 
"Es gibt einige Köln-Fans hier in der Umgebung. Dazu trifft man sich ab und zu im Jägerhof' und schaut die Spiele zusammen", erzählt Dziwior. Neben den Köln-Spielen hat er aber natürlich auch die Spiele der deutschen Mannschaft während der Europa-Meisterschaft in Frankreich verfolgt. Zum Sieg der Mannschaft unter Trainer Löw hat es allerdings in dem Turnier nicht gereicht. 
"So viel haben wir gar nicht falsch gemacht. Ich hätte jedoch mehr auf die jüngeren Spieler gesetzt, um mehr Frische und Tempo in das Team zu bringen", überlegt Dziwior, "aber jeder Trainer denkt da anders. Vielleicht wollte er nicht so viel Risiko bei einer EM eingehen. Dadurch, dass wir es aber ins Halbfinale geschafft haben, haben wir schon einiges erreicht." 
In der Saison 2015/2016 jubelte der SV Bedburdyck-Gierath noch über drei Meistertitel. Mit einem neuen Trainer, der schon so viel Sports-Erfahrung mitbringt, im Verein kann es doch nur noch weiter nach oben gehen. 
Daher sucht die Jugendmannschaft immer wieder neue Spieler und freut sich über Zuwachs und jeden der mitmachen möchte. Unter der Internetadresse www.sv-bedburdyck-gierath.de/ können sich Interessierte über alles Weitere informieren.

Quelle: Top Kurier Jüchen

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